Während die Schlichtheit der über Jahrhunderte herrschenden Armut dieser bäuerlich geprägten Region entspricht, lässt die Üppigkeit Rückschlüsse auf die Gastfreundschaft der Menschen des Bergischen zu. Sogar die Meister der selbst erzeugten agrarischen Produkte konnte man sich nur zu besonderen Anlässen leisten, dann nämlich, wenn Familienfeiern ins Haus standen, wenn viele Gäste erwartet wurden. Denen bot man alsbald auch jeden neuen exotischen Genuss, der infolge der Handelsbeziehungen des Bergischen Landes zu den Niederlanden wie infolge bescheidenen Wirtschaftwachstums im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erreichbar wurde.
Reis und Kaffee, echter Bohnenkaffee wohlgemerkt, avancierten damit in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu festen Bestandteilen jeder Verköstigung, die man Freunden, Bekannten, lieben Gästen schlechthin angedeihen ließ.
Den Namen "Bergische Kaffeetafel" erhielt diese Art Mahlzeit jedoch erst in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Erst als man begann, Familienfeiern auch außer Haus, in Restaurants und Gaststätten zu feiern, als zudem verbesserte Verkehrsanbindungen fremde Reisende ins Land brachten, sah man sich gezwungen, das was in Jahrhunderten gewachsen , was selbstverständlich, vertraut und deshalb namenlos war, zu benennen.
Inzwischen ist die "Bergische Kaffeetafel" zwar zu einer festen Institution geworden und erfreut sich wachsender Beliebtheit, aber nach wie vor stellt sie alle, die nicht eng mit bergischen Traditionen verbunden sind, vor die Frage, wie und in welcher Reihenfolge man die einzelnen Zutaten zu sich zu nehmen hat.
Was gehört alles dazu?
- Zur Eröffnung ein original Bergischer Doppelkorn
- Butter-Bauernblatz mit Rosinen, Schwarzbrot und Sauerbrot
- Bergische Butterwaffeln, Rodonkuchen und Streuselkuchen
- Milchreis und heiße Schattenmorellen
- roher und gekochter Schinken, Holländer Käse
- Quark, Butter, vorgekochte Eier
- Apfelkraut und Aprikosenkonfitüre
- Zimtzucker und Kaffee
Die Texte zur "Bergischen Kaffeetafel" können Sie auch herunterladen.
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