
Auf den Spuren der Herren von Stein
Was
vielen Zugewanderten (den Immis) unbekannt ist, ist die Tatsache,
daß die Herren von Stein, die in Burg Herrnstein im Bröltal ihre Residenz
hatten, seit dem Mittelalter die Großgrundbesitzer der Region waren.
Das Schloß selbst geht in seinen ältesten Teilen bis auf das 13. Jahrhundert
zurück, und war auch zum Schutz zahlreicher nahegelegener Bergwerke
errichtet worden. Die Herrschaft der Herren von Stein vererbte sich
später an die Familie von Nesselrode Reichenstein über, die auch heute
noch das Erbe der ehemaligen Ländereien durch die gräflich-nesselrodsche
Forstverwaltung weiterführt. Von Schloß Herrnstein aus (parken Sie
Ihr Auto möglichst vor der Schranke, da diese nach Betriebsschluß
geschlossen wird) nehmen wir den mittleren Weg und folgen auf unserer
Wanderung einfach der Wegbezeichnung A2 an Bäumen.
Der Weg führt uns hinauf in Richtung Winterscheid und wieder hinunter
nach Bröleck von wo aus wir der Bröl entlang bis zu unserem Ausgangspunkt
folgen. Natürlich kann man die Strecke auch von Winterscheid oder
vom Hatterscheider Kreuz aus auf sich nehmen.
Auf unserer Wanderung kommen wir übrigens an einer kleinen Schlucht
vorbei, wo sich vor 60 Jahren sich eine Tragödie abgespielt hat. Noch
heute erinnert ein altes Steinkreuz an die Stelle, (auf dem alten
Weg zur Burg, gegenüber dem Wanderweg) an der die Gräfin zu Nesselrode
tödlich verunglückte, als nach einem Kirchbesuch in Winterscheid die
Pferde der Kutsche durchgingen und die Gräfin samt Kutsche in den
Tod stürzte. Der Graf konnte sich damals gerade noch retten. Einmal
im Jahr wird der Gräfin zu Ehren am Schloß eine Feldmesse gehalten.
Der Park von Burg Herrnstein ist einmal im Monat - in der Regel der
1. Samstag eines Monats - zu besichtigen (Termine im Schaukasten).

Der Mythos "Teufelskiste" im Beierter Wäldchen
5
m lang, 1 m breit, 1-1,20 m dick, 20.000 kg
Vom Landgasthaus aus gehen wir auf die Suche nach der sagenumwobenen
Teufelskiste, die selbst in einschlägigen Karten eingezeichnet ist
und dort als heidnische Kultstätte bezeichnet wird.
Zuerst geht’s bergab nach Oberhorbach, vorbei an der letzten noch
arbeitenden
Mühle der Gemeinde, von der es um die Jahrhundertwende einmal
rund ein Dutzend gab. Für interessierte Wanderer erklärt Ihnen "d´r
Dobelkes Paul" sicherlich die Kunst des Mahlens. An der Mühle vorbei
gehen wir links den Berg hinauf in das Dörfchen Beiert (Gemeinde Ruppichteroth),
wobei zwischen Waldweg oder Straße gewählt werden kann. Wählt man
den Waldweg, so kommt man am Beierter Hof hinaus, früher Wohnsitz
des Gräflichen Verwalters derer von Herrnstein im nahegelegenen Bröltal.
Mit ein bißchen Glück kann man dort in einem der alten Schornsteine
den Kauz beobachten, der tagsüber den Hof bewacht und nachts mit seinen
guten Augen auf Mäusefang geht.
Egal ob Straße, oder Waldweg, wir erreichen unsere nächste Station:
die Beierter Dorfkapelle, die einst zu Ehren der Gefallenen von Ihren
Familien errichtet wurde. Von dort aus folgen wir dem Viehtrift in
den Beierter Wald, nochmals vorbei an einem Wegekreuz. Bald darauf
treffen wir auf eine Gabelung an der wir uns rechts halten. Ein Trampelpfad
führt uns kurz dahinter zur Teufelskiste, die einer Sage nach (die
Wahrheit weiß natürlich nur der Beierter selbst) den Satan unter sich
birgt, der einst in einer nebligen Novembernacht von den Siedlern
aus Neunkirchen, Much, und Winterscheid in erbittertem Kampf besiegt
wurde. Von dieser Zeit an konnten die Siedler endlich in Ruhe Ihre
Hütten bauen und Ihrer Arbeit nachgehen.
Wenn noch heute die Bewohner des Bröltales uneinig werden, fängt der
Teufelsfürst unter seinem Stein an zu toben, so daß der Stein sich
bewegt und ins Tal hinunterzustürzen droht.
Zurück auf dem Weg gehen wir weiter in Richtung Bröltal und kommen
bald wieder auf eine befestigte Straße, die nach Niederhorbach führt,
von wo aus es nicht mehr weit nach Eischeid ist, wo gutes Essen und
reichlich Gerstensaft ihnen die Strapazen des Wanderns vertreiben
werden.
Dies ist nur eine von insgesamt sieben
überliefeten Sagen um die Teufelskiste.
Die Beschreibung der Wanderwege
können Sie auch herunterladen.

Weitere Geschichten rund um Neunkirchen:
>> Das Eischeider Wegekreuz
>>
Gedenkstein 1940
>> Originale und Originelles
>> Kalkulationsbasis
>>
Die bergische Kaffeetafel
>> Neunkirchen-Seelscheid
früher und heute
>>
Nutscheidstraße und Rennenburg
>>
Mühlen und Bergwerke



Der Reiz
der Gemeinde Neunkirchen–Seelscheid und damit auch der Grund für die
hohe Zuwanderung in den letzten Jahren liegt wohl auch darin begründet,
daß man einerseits nicht weit zu attraktiven Einkaufsstätten hat,
anderseits jedoch Natur pur genießen kann, wenn man denn will. Zu
oft nehmen wir unsere Umgebung als selbstverständlich wahr, und achten
kaum auf die Schönheit unserer Umgebung.