Willibert Pauels ...



… beweist den Menschen im ausverkauften Eischeider Saal an diesem 4. Adventsonntag, dass Flüssigkeit nicht nur in Form von Schneeflocken fallen kann – wir haben immerhin knapp 20 cm Neuschnee - , sondern auch in Form unzähliger Lachtränen aus den Augen der Menschen. Den ersten Programmteil empfindet man auf den ersten Blick als nicht sooooo vorweihnachtlich, weil man im Grunde pausenlos lacht. Aber wenn man sich klar macht, dass viele Menschen heutzutage in den 4 Wochen Advent nicht mehr zur Ruhe kommen, dann kann man 45 Minuten Lachen am laufenden Band als die beste Medizin gegen den Vorweihnachtsstress nehmen und schon ist jeder im Saal in einer entspannten vorweihnachtlichen Stimmung.

Ich zitiere hier ein paar Lachproben:
„Wie nennt man einen Fliesenleger im Knast?“ „Kachelmann“.

„Wie nennt man einen Negerkuss heute korrekt?“ „Starkpigmentiertes Eierschaumgebäck mit Migrationshintergrund.“

„Was bedeutet das Schwaben-Gen?“ „Lieber 10 Minuten geschämt als ein großes Geschenk gemacht.“

Ein Mann mit dem Namen Johannes Arschgucker kommt zum Standesbeamten und will seinen Namen ändern lassen. „Sie wissen ja, dass der neue Namen mit dem alten etwas zu tun haben muss. Wie wollen Sie denn künftig heißen?“ „ Hansi Hinterseer“. Was die Menschen immer wieder besonders beeindruckt, ist der Eindruck, dass Willibert die Geschichten und Witze selbst zum ersten Mal hört und sich darüber genau so königlich amüsiert wie seine Gäste. Er hat Spaß und die Menschen im Saal genauso.

So hüpft Diaclown Willibert von Pointe zu Pointe und entlässt seine Saalgäste völlig erschöpft in die Pause. Nicht, ohne „für nachher“ ein Bonbönchen anzukündigen, das er mitgebracht hat.

Dieses „Bonbönchen“ gleicht dann erst einmal optisch einer Bonboniere. Aber Thomas Cüpper aus Bergisch Gladbach ist nicht nur optisch ein Schwergewicht, sondern auch in Bezug auf sein Erzähltalent.

Im schönsten Kölsch erzählt er aus seinem Alltag und begleitet sich selbst virtuos auf der Quetsch. Die Geschichte von seiner Weigerung, die Ehefrau bei verschneiten Straßen fahren zu lassen und sich selbst an Steuer setzt, endet nach rd. 5 Minuten mit der Tatsache, dass seine Frau jetzt für 4 lange Woche das Autosteuer fest in ihren Händen haben wird, da sein Führerschein so lange woanders wohnt.

Wer mit erleben darf, wie Cüpper die Dialoge zwischen ihm und seiner Frau und dem Polizisten spinnt und präsentiert, der wird bestätigen, dass wir hier ein ganz großes Talent erleben dürfen, den die begeisterten Saalgäste wiedersehen und vor allem wieder hören wollen. Nach dem Motto: „Wenn Krätzje – dann Cüpper.“

Ein dickes Dankeschön an den wunderbaren Thomas Cüpper und gleichzeitig an Willibert Pauels, der uns dieses Geschenk macht.

Im 2. Teil des Abends spielt Willibert Pauels dann seine andere Stärke aus – er nimmt die Menschen gefangen mit seinen Schilderungen von den Schattenseiten des Lebens. Aus seiner Freundschaft mit dem bekannten Psycho-Therapeuten Manfred Lütz weiß er, dass die schlimmste Krankheit der Menschheit die Depression ist und erzählt, dass dann eine Hoffnung auf Heilung besteht, wenn man dem Kranken das Helle in seinem Leben zeigt, auch wenn es noch so klein ist. „Irgendwas ist immer hell – und da musst Du drauf schauen“ – so ist sein Ratschlag.

Nach seinen Erfahrungen – gerade als Seelsorger – ist die Perspektive das Entscheidende, denn wenn man die ändert, dann kann sich die Situation bessern und man lacht plötzlich über Dinge, weil sie man sie von einer anderen Seite aus betrachtet.

Bei diesen Passagen ist es im Saal mucksmäuschenstill – wo wenige Minuten vorher die Menschen noch brüllend gelacht haben.

Aber gerade das ist die Stärke des besten Jungs, den das Bergische Land ( der Gazastreifen zwischen Rheinland und Westfalen ) je hervor gebracht hat.

Willibert beendet den wunderbaren Abend mit ein paar Ausflügen in den jüdischen Humor – um dann seinen Aachener Kollegen Jürgen Beckers mit ein paar Highlights aus dessen Programm zu ehren.

Die Gäste lassen Willibert den Wunderbaren nur deshalb von der Bühne, weil er verspricht, im nächsten Advent wieder zu kommen.

Wir bedanken uns bei Willibert und dem „Bonbönchen“ Thomas Cüpper für einen herrlichen Abend, der bewiesen hat, dass im Rheinland immer alles möglich ist. Auch, dass im Advent Karnevalslieder gesungen werden.