Neulich im Geissbockheim …

… gab es zahlreiche Meetings mit den Entscheidungsträgern der 1. FC Köln. Und die sollten zwar geheim bleiben, blieben es aber nicht. Warum?
Weil es den Agenten Sülz 01/07 gibt, der die Meetings belauscht hat.

Hinter der Maske dieses Agenten verbirgt sich der Autor der beiden Bestseller „Neulich im Geissbockheim“, Ralf Friedrichs.

Von ihm stammen nicht nur die witzigen Texte – er hat auch die Rahmenhandlung erfunden, die er erstmals auf der Bühne des Landgasthauses Herchenbach präsentiert.

Dabei wird der Agent in seinen Lauschangriffen auf den Präsidenten und seine Berater immer wieder durch die Anrufe seiner Frau und des gemeinsamen Sohnes Patrick-Etienne-Christopher unterbrochen.

Mal soll er für den Sohn einen lebendigen Delphin für die Badewanne besorgen, dann für seine Frau Kartoffeln einkaufen.

Trotzdem lässt sich Agent Sülz 01/07 nicht von seiner eigentlichen Arbeit ablenken und übermittelt seinem Chef „Y“ und damit auch zugleich dem begeisterten Publikum im Landgasthaus Herchenbach seine Niederschriften über die von ihm belauschten Meetings.

Der absolute Höhepunkt des Programms ist die Wiedergabe des Telefonates zwischen Wolfgang Overath und Calli Calmund, in dem es um die Empfehlung eines brasilianischen Abwehrspielers geht.

Wer hat jemals von einer Abwehrstärke brasilianischer Spieler gehört???

Laut Calli ein „Jeheimtipp un ein Schnäppschen“ – für gerade mal 7 Milliönchen Euro. Und bei einer Verpflichtung dieses Spielers braucht sich der FC-Fan noch nicht mal an einen komplizierten brasilianischen Namen zu gewöhnen. Der Spieler hört nämlich auf den schönen kölschen Namen „Höhnerbach“.

Sein Papa hat schließlich in den 80er-Jahren bei Ford am Fließband gearbeitet und deshalb seinem Sohn diesen Namen verpasst.

Zum Brüllen komisch ist auch die Bestellung einer Pizza Diabolo durch „Steff“ Engels beim Pizza-Service.

Friedrichs spielt hier eine seiner Stärken aus – die Imitation von Stimmen und Sprachen.

Die gipfelt in der letzten Geschichte in einem Telefonat zwischen Wolfgang Overath und Angela Merkel. Die wollte sich eigentlich mit dem größten Präsidenten verbinden lassen, der mit „O“ anfängt.

Statt bei Obama landet sie bei Overath, der ihr wiederum die Bewunderung für ihren Vater übermittelt – Max Merkel.

In seiner Premiere als Bühnendarsteller hat Ralf Friedrichs bewiesen, dass er nicht nur beim Verfassen ironisch-liebevoller Texte über „seinen“ Verein ( er ist FC-Mitglied ) großartig ist, sondern auch auf der Bühne.