Sex and drugs and Kalle Pohl …

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… versprach der Titel des neuen Programms, aber was Kalle Pohl zusammen mit Toby Sauter am keyboard in gut 2 ½ Stunden auf die kleine Bühne des Landgasthauses Herchenbach brachte, war viel mehr.

Kalle Pohl ist an seinen Gitarren genauso stark wie an seinen beiden Akkordeons und in seiner noch wenig bekannten Rolle als Musiker von einer atemberaubenden Vielseitigkeit.

Das Programm startete mit einer Musette, dann bekannte Pohl in seiner speziellen Adaption eines Aznavour-Titels „Ich lass’ mich gehn“. Nach den musikalischen Erinnerungen an seine französischen Wurzeln zeigte Pohl zusammen mit Sauter die ganze Breite seiner musikalischen Palette, die über Rock’n Roll, Pop, deutsche Schlager ( Meine kleine Fleischfachverkäuferin, das auf den besonderen Wunsch des begeisterten Publikums noch einmal als zusätzliche Zugabe gesungen werden musste ), Balladen, leise Liebeslieder ( jeweils eins an seine Tochter, eins an seine Frau und eins an seinen Hund ), RAP, Flamenco, Protestlieder aus den 60-er Jahren, Reggae, Mundartlieder und nicht zuletzt bis zu einem Ländler reicht.

Eine der Höhepunkte war seine Interpretation von Armstrongs „Wonderful World“, das er von seinem Handpuppen-Schwein mit der Stimme von Armstrong singen ließ, nachdem das Schwein zu Beginn darauf bestanden hatte, mit der Stimme von Willy Brandt oder Ulla Schmidt zu sprechen.

Was kann dieser Mann eigentlich musikalisch nicht ??? Und welche Themen kann er nicht in einem Lied behandeln ???

Einfache Antwort: Er kann alles.

Er singt Lieder für Dumme, ein Abschiedslied für ein Frikadellchen, erzählt in einem Lied das Wochenende eines Ehepaares, berichtet in einem Lied über einen falschen Dampfer, auf dem die tolle Frau an der Bar Knut heißt und trägt im immer wunderbaren Zusammenspiel mit Sauter begnadet Krätzje vor, u.a. „Ich wollt’, ich wör kein Huhn“ – und das mit afrikanischen Rhythmen.

Danach kauft kein Mensch mehr Eier im XXL-Format – einfach aus Mitleid mit den Hühnern.

Kein Mitleid hatten die Gäste mit ihren Händen, die gnadenlos wundgeklatscht wurden und auch mit den beiden Vollblutmusikern, die sich erst nach vielen Zugaben von der Bühne stehlen konnten.

Wer dieses Gastspiel von Kalle Pohl und Toby Sauter verpasst hat, der hat sich selbst um einen wunderbaren Abend mit 2 phantastischen Musikern gebracht, die aber nicht nur Musik dabei hatten, sondern auch sehr amüsante Zwischentexte und Kabbeleien hören ließen.

Das Herchenbach-Team bedankt sich bei Kalle Pohl und Toby Sauter und deren ganzen Team für einen wundervollen Abend.