… fragt am 13.01.2011 im ausverkauften Festsaal des Landgasthauses die Gäste: „Ja was glauben Sie denn?“
Und er bekommt die Antwort: „Dass wir einen tollen Abend erleben werden!!!!“
Und sie haben Recht, denn Jürgen Becker nimmt seine Fans nicht nur mit auf eine Reise in alle Religionen dieser Welt und viele Jahrhunderte, sondern er geht erst mal auf aktuelle Probleme ein wie z.B. die Rente mit 67. Seine Demonstration eines knapp vor der Rente – mit 67 – stehenden oder eher kriechenden Dachdeckers, der mit seinem Rollator wenigstens noch zum Glätten der Dachpappe auf Flachdächern eingesetzt werden kann, ist beeindruckend. Man lacht – und gleichzeitig bleibt einem das Lachen im Hals stecken, weil man nicht weiß, ob solch eine Situation nicht doch mal Wirklichkeit wird.
Er kommt dann über Hölzchen (Schiller) und Stöckchen (Goethe) und den Zwischenkieferknochen, den er am Gott sei Dank nicht mehr lebenden Modell erklärt, und die paradiesischen Lebensumstände eine Darmwurms, der sich erst dann ein neues „Paradies“ suchen muss, wenn die Trauerkapelle zu hören ist!!!!, zu ungewöhnlichem Essverhalten, wo es dann heißt: „Das Auge isst man auch mit“.
Becker geht auf den Unterschied zwischen dem Tier und dem Menschen ein. Der Mensch ist evolutionstechnisch betrachtet immer ein Rheinländer, weil – der traut sich alles zu. Auch wenn er es eigentlich nicht kann.
Ein Tier kann im Gegensatz zu einem Menschen den ganzen Tag lang dösen, was Becker eindrucksvoll am – gespielten – Beispiel einer bergischen Kuh demonstriert.
Brüllendes Gelächter ertönt, als er den Vorgang, bei dem eine Schlange eine Maus verspeist und den Verdauungsprozess durch die sichtbare „Reise“ der Maus durch den Schlangenkörper als „Die Sendung mit der Maus“ tituliert.
Becker beschreibt weiter die unterschiedlichen Religionen dieser Welt und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Religion ohne Auferstehung einfach nicht funktionieren kann.
Und - dass Kabarett eher in den christlichen Glaubensbereich gehört, weil: Die Moslems kennen kein Kabarett, die kennen nur ein – Minarett.
Grandios ist sein Vorschlag, dass die Kirchensteuer nicht von den Mitgliedern einer Kirche bezahlt werden sollte, sondern im Gegenteil von denen, die NICHT Mitglied sind. Das bringt der Kirche mehr ein – entweder mehr Geld oder mehr neue Mitglieder.
Er stellt zum Thema „Glauben“ fest, dass die Religion in früheren Zeiten ein Mittel der Verständigung war, dann aber immer mehr zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Ausgenommen davon sind die asiatischen Glaubensrichtungen, denn im Namen Buddhas ist noch kein einziger Krieg geführt worden.
Sehr wohl aber im Namen Allahs oder Gottes, der König Chlodwig ( Erfinder des gleichnamigen Platzes in Köln ) in der Schlacht bei Zülpich 498 n.Chr. schon nach einem einzigen Gebet zu einem Sieg verholfen hat.
Der Glaube kann aber auch Gutes bewirken. Bis in die 70-er Jahre hinein ersetzte eine Christopherus-Medaille am Armaturenbrett im Auto Gurte und Airbags. Der Heilige bewahrte die Autoinsassen vor Unglück.
Und als Gurte und Airbags in jeder Ritze eines Autos installiert waren – da brauchte man den Heiligen nicht mehr. Und die katholische Kirche schaffte den heiligen Christopherus einfach ab. Zack.
Jürgen Becker kann durchaus zornig auf den nicht immer lieben Gott sein, aber er mag ihn auch. Vor allem, seit bewiesen ist, das Gott die Rheinländer besonders lieb hat.
Als Gott nämlich bei der Schaffung der Erde die Sprachen verteilte, da bekamen die Bayern ihr bayerische Sprache, die Sachsen durften sächseln und die Hamburger erhielten das ssteife „S“.
Nur die Rheinländer – die bekamen erst mal nix. Und beschwerten sich prompt beim lieben Gott. Der schaute in seine Tasche mit Sprachen, aber – die war leer. Da kratzte er sich kurz am Kopf und sprach: „Wisst Ihr watt, Ihr lieben Rheinländer. Dann schprecht Ihr eben genau esu wie isch.“
Und das tun sie, die Rheinländer. Und eben auch Jürgen Becker, der die Eischeider knapp 3 Stunden lang auf das Beste unterhält.
Am Ende gibt es dann statt einer verbalen Zugabe ein frisch gezapftes Kölsch, das Jürgen Becker selbst im Kranz unter das Volk brachte. Dazu reicht Jule’s Kästekiste aus Much leckere Käsewürfel.
Das vielstimmige „PROST“ beendet einen traumhaft schönen Abend, für den wir uns bei Jürgen Becker und seinem Management bedanken. Weil es eben nicht selbstverständlich ist, dass solch ein „großer“ Kabarettist in eine solch „kleine“ Spielstätte kommt.
» Jürgen Becker hat am Ende des Abends noch 10 Becker-Plakate signiert, die gegen eine Spende von je 5 € abgegeben wurden.
Der Kinderschutzbund Neunkirchen-Seelscheid freut sich sehr über 50 € und schickt ein großes DANKE an Jürgen Becker.