FLÜSTERKONZERT
mit Bömmel Lückerath, Kafi Biermann und Hartmut Priess von den Bläck Fööss
und der Hennefer Kult-Band Antweiler-Graf & Co ...

... bedeutet am Abend des 31.05.2011 im Eischeider Festsaal NICHT, dass den ganzen Abend geflüstert wird. Im Gegenteil.

Die Bläck Fööss fordern die Gäste im ausverkauften Saal direkt mit dem ersten Lied „Wenn mir Kölsche singe“ zum Mitsingen auf – und alle machen mit.

Von der ersten Sekunde an herrscht eine phantastische Stimmung auf und vor der Bühne und Fööss und die „Landbevölkerung“ vereinigen sich bei „Drink doch eine met“, “Roxy“, “Die kleine Saache“ zum größten Chor im Rhein-Sieg-Kreis. Nach diesen älteren Liedern präsentieren die 3 dann mit „Urlaub op däm Buurehoff“ ein brandneues Krätzje, das hier entstanden sein könnte. Bömmel hat ja sogar Verwandtschaft in Schönenberg, der Onkel ist zwar schon lange tot, aber Bömmel kann sich noch sehr gut an die Beerdigung erinnern.

Bei den ersten 6 Strophen von „Minge allerschwerste Dach“ glaubt man dann, dass die Fööss von der eigenen Beerdigung singen, aber .. enä, ich verrate hier nix. Außer, dass der Mann mit dem Pokerface Hartmut hier sogar richtig gelacht hat. Und der Saal hat getobt.

Danach gibt es noch ein Wiederhören mit altbekannten Fööss-Liedern, bis dann als wirklich allerletzte Zugabe der „Stammbaum“ besungen wird.

Die 3 Fööss präsentieren sich an diesem Abend als das, was sie als unangefochtene Nr. 1 aller kölschen Bands ausmacht: Mit beiden Füssen fest auf dem Boden, absolut natürlich und uneingebildet, herzlich und fröhlich, musikalisch und einfühlsam. Und hautnah zum Anfassen für die begeisterten Bewohner am – schönen – Arsch der Welt.

Es kann halt nur eine Nummer 1 geben. Und datt sinn die Fööss, selbst mit einem Bassisten mit preussischem (Hartmut) und einem Sänger mit westfälischem (Kafi) Migrationshintergrund – all sinn se em Hätze kölsch und das ist der Beweis, dass man nicht nur kölsch geboren werden kann, sondern auch zum Kölschen wird. Wemmer de richtige Lück triff.

Die 3 Fööss werden an dem Abend von Tanja Krämer begleitet, die für die bandscheibenvorfallgeschädigte Johanna Akomeah einspringt und ihre beeindruckende Vielfältigkeit unter Beweis stellt.

Sie macht nur eine kurze Pause, in der die drei Fööss die kleine Bühne unter tosendem Applaus verlassen und die Hennefer Kultband Antweiler-Graf & Co. die Bühne betritt.

In die Band gehört Tanja nämlich „eigentlich“ hin, was bedeutet, dass diese Musikerin knapp 3 Stunden mit nur einer kurzen Unterbrechung alle Instrumente spielt, die sie in der Nähe hat. Und das sind nicht nur Saiteninstrumente, sondern auch Quetsch und Blasinstrumente. Absolut beeindruckend.

Das sind aber auch ihre 3 musikalischen Begleiter Anti, Martin und Manni, wobei Anti und Martin als Verfasser der Lieder und in ihren Dialogen natürlich auch ihre inneren Rampensäue heraus lassen.

Es geht los mit „Danz“, der großen Liebesballade „Immer wenn ich an Dich denke“, der Lebens-Liebes-Beschreibung „Wie e Schiff“, „Café“, „Su e besje Rään“ (passend zum ersten Regentag nach wochenlanger Trockenheit) und einigen anderen „Gassenhauern“ der Band.

Dann kamen die mit Spannung erwarteten neuen Lieder wie „Tante Maria ihre Hungk“, mit dem keiner im Saal tauschen will und „Ode an die Natur“. Dieses Lied hält den Vergleich mit dem Fööss-Lied „Minge allerschwerste Dach“ aus. Hier sind es zwar „nur“ 5 Strophen bis zum überraschenden Ende in der sechsten Strophe – aber die haben es in sich.

Glasklar, dass die Fab four nicht ohne ihre Klassiker wie „Tütte“ „Op heem aan jonn“ und „Scheiß Mondaach Morje“ von der Bühne gelassen werden.

Wow, was für ein Abend. Das Original, also die Bläck Fööss auf einer Bühne mit dem „Nachwuchs“ aus Hennef – das ist ein beeindruckendes Konzert. Ich habe Antweiler-Graf & Co. schon vor knapp 7 Jahren mit den Bläck Fööss verglichen, weil beide auf eine geniale Art mit ihren Liedern wunderbare Geschichten erzählen.

Und das hat sich im Lauf dieser Jahre bewahrheitet: Antweiler-Graf & Co. sind die besten musikalischen Geschichtenerzähler im Rheinland – direkt hinger de Fööss.

Ein riesengroßes Dankeschön an eine geniale Musikerin und 6 wunderbare Musiker für diesen hoffentlich nicht einmaligen, unvergesslichen Abend mit vill Hätz un Siel.

Wir nehmen Euch zu jeder Zeit wieder – und wenn Ihr erst um 02.00 Uhr nachts könnt, dann ist das auch kein Problem. Eure Fans sind auf jeden Fall da.

Unsere Arme, Augen, Ohren und Herzen stehen immer für Euch offen.