… ist in ihrer schönsten Form, nämlich als Musical, am 1. Adventsonntag zu Gast im schönsten Landgasthaus des Rhein-Sieg-Kreises, der mit 15 cm Neuschnee ein sehr idyllisches Umfeld präsentiert.
Draußen schneit es und drinnen springt der Funke sofort über, als Röschen ( die wunderbare Heidi Bergmann ) von der Wirtin Annemie Himmelreich ( Isabell Classen mit ihrer eindrucksvollen Stimme ) gebeten wird, den hörbar schnarchenden Wirt Gottfried Himmelreich ( Many Lohmer – 6 kg leichter, aber umwerfend wie immer ) zu wecken, weil die Inspektion der Kneipe ansteht, die zur „besten Kneipe“ der Welt gekürt werden soll.
Und dann steht er plötzlich im Saal, der urheinische Wirt Gottfried Himmelreich, inmitten der „echten“ Gäste, die im Laufe der nächsten Stunden immer wieder ins Spiel einbezogen werden.
Und die sich alle mit sehr viel guter Laune einbeziehen lassen und bei jeden der vielen wunderbaren Lieder von Ostermann, Bläck Fööss, Paveier, Brings u.v.m. mitsingen und auch mal eine Strophe zur Begeisterung der Darsteller alleine singen (dürfen).
Wenn sie denn gerade die Luft zum Singen haben und nicht zum Lachen benötigen wegen der wundervollen Dialoge und Bemerkungen der Darsteller. Gottfried bezeichnet seine Annemie liebevoll als „ming Altarjeschenk“ und macht die Feststellung: „Hopfen un Malz erleichtern die Balz“.
Währenddessen hat Philipp Schaefer als spanisches Faktotum Manuel immer wieder beeindruckende Auftritte, als er versucht, einen Hammer aus dem Keller zu holen und mit einem Hummer zurück kommt. Oder wenn er mit dem Auftrag vom Wirt Himmelreich, einen schreckliches Ölbild, das ihm von Tante Sophie vererbt wurde, an „explodierter Stelle“ aufzuhängen, auch schon mal die Hilfe eines Gastes in Anspruch nimmt oder auf einen Stuhl klettert, um das Bild endlich an den Nagel zu bringen.
Dann ertönt plötzlich eine „Fremdsprache“ im Saal. Britt Gericke brilliert als Frau Zillemann in perfekter Berliner Sprache. Sie ist als Inspektorin für die Vergabe des Prädikates „Beste Kneipe der Welt“ zuständig und steht mit den rheinischen Begriffen auf Kriegsfuß.
Das ändert sich aber im Blitztempo, nachdem ihr Manuel im Bierkeller „die unteren Regionen“ gezeigt hat. Sie bekommt offenbar Appetit auf rheinische Menschen – auch wenn sie aus Spanien kommen – und rheinisches Essen. Und da das Kneipenmusical halt in einem Landgasthaus aufgeführt wird, wird den Künstlern natürlich auch der bestellte „Halve Hahn“ serviert, ebenso wie frisches Kölsch und Baileys am Frauenstammtisch. Und natürlich Streuselkuchen am „Beerdigungstisch“, an dem Tante Sophies Beisetzung „gefeiert“ wird und an dem Gottfried endlich seine Trauerrede halten darf, die ihm der Pastor auf dem Kirchhof verboten hat.
Eine anderer Tisch wird kurzerhand zum Tisch „mit den durchaus bestechlichen Mitarbeitern des Ordnungsamtes“ ernannt, ein weiterer Tisch zum „Rentnerstammtisch“, dem dann dessen Lieblingslied gewidmet wird: „Su lang mer noch am Läve sin“ …
Das ist dann aber schon die Zugabe nach 2 Stunden mit wunderbaren Darstellern, witzigen Dialogen, Situationskomik vom Feinsten, tollen Liedern zum Mitsingen und immer wieder viel Applaus.
Zum Schluss gibt es dann die verdienten stehenden Ovationen und den berechtigten Wunsch, dass das Ensemble sich in nicht allzu ferner Zukunft wieder in Eischeid präsentieren möge.
Besser gelaunt kann man ein Theater an einem Sonntagabend nicht verlassen, um entspannt in die neue Woche zu starten. Auch mit 15 cm Neuschnee vor der Tür.
Wir bedanken uns bei Heidi Bergmann, Isabell Classen, Britt Gericke, Many Lohmer, Philipp Schaefer und dem Produzenten Klaus Pepper für einen traumhaft schönen Abend in und mit der „besten Kneipe der Welt“.
Es war eine große Freude für das ganze Herchenbach-Team, Euch hier am „schönen Arsch der Welt“ als Gäste gehabt zu haben.